Die Kreyenbrücker Lichtspiele, gebaut durch Helmut Haßfurther und eröffnet 1954, haben im Frühjahr 1999 den Spielbetrieb eingestellt. Das Kino war entstanden in den Boomjahren des Kinos in den 50er Jahren, hatte aber sehr bald mit enormen Nachteilen zu kämpfen. Die abspielstarken Innenstadtkinos blockierten attraktive Filme, so dass die Kreyenbrücker Lichtspiele ab den 70er Jahren zu einem Sexkino wurden. Versuche, "normale" Filme zu zeigen, blieben durch das schlechte Image erfolglos. In den letzten acht Jahren des Spielbetriebs wurden die Lichtspiele zum Filmkunstkino "MUWI", das es erstaunlich lange verstand, ein Nischenprogramm zu betreiben.
Letztendlich sollten aber die Standortnachteile entscheidend sein. Die immer stärker werdende Mobilität des Publikums machte einen Besuch der Innenstadt ohne Probleme möglich. Der geschädigte Ruf des Kreyenbrücker Kinos wirkte enorm lange nach, und auch das MUWI zeigte ein stark adressatenspezifisches Programm, das nur ein sehr spezielles Publikum anziehen konnte. Die kulturelle Verödung des Stadtteiles Kreyenbrück wurde mit der Schließung des Kinos vollendet.
Beitrag von Bernd Poch am 03.04.2008